“Ich weiß nicht – was soll’s! Chorlieder zur Zeit und Unzeit”
Musik hat schon immer versucht, den Lauf der Zeiten zu deuten und darzustellen.
Sie öffnet Augen und Ohren für Dinge, die “verschütt gegangen” sind.
Gerade in der volksnahen Musik klingen viele Seiten (Saiten) an, die uns heute bewegen, sei es ermunternd oder gegensätzlich, zur Zeit oder Unzeit.
Melodien und Strophen, die 500 Jahre alt sind, üben auch heute noch ihren Zauber aus mit ihren Themen wie Liebe, Freude, Abschied, Trauer und Tod.
Die Kunst der alten Meister war es, mit wenigen Mitteln das auszudrücken, was sie sagen wollten. Gerade diese Schlichtheit ist es, die im Vergleich zu dem Aufwand, den die heutige “Gebrauchsmusik” betreibt, wohltuend ist.
Auch Komponisten unserer Zeit haben vom Schatz der Volksmusik reichlich Gebrauch gemacht. Bartok, Eisler und Distler gehören dazu.
Dabei verwenden sie durchaus die Tonsprache unserer Zeit. So findet man auch unvermittelt einen Zugang zur modernen Musik Volksmusik ist immer auch international.
So gehören Spirituals genauso zu einem Programm wie temperamentvolle ungarische Weisen, ein politisches Lied aus Südamerika ebenso wie eine deutsche Volksweise, versehen mit einem neuen Inhalt.
Selbst das Motto von Paul Gerhardt: “Geh aus mein Herz und suche Freud” kann man neu fassen und interpretieren.